FANDOM


422px-William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) - Rest (1879)
Kulturgeschichtliche Arbeit im Seminar: "Proseminar: PS (BA-T) Der Beginn des Lebens. Kultur- und Demografiegesch..."

Humanismus und AbtreibungBearbeiten

Perspektiven auf Abtreibung und Unzucht in der früh neuzeitlichen Gesellschaft.

ThemaBearbeiten

In der frühen Neuzeit wird die Gesellschaft von Weltanschauungen geprägt, die nach und nach die mittelalterlichen Konzepte zwischen kirchlichen Dogmen und Feudalgesellschaft ablösen. Das Individuum gerät ins Zentrum des Weltverständnisses und die Antike zum Ideal und kulturellen Leitbild. Die Scholastik als wissenschaftliche Methode und das kanonische Recht in seiner umfassenden Bedeutung für die Menschen werden verdrängt. Allerdings bleiben vielfach Bestandteile der alten Weltordnung erhalten und fließen in die neue vom Humanismus geprägten ein. Die Renaissance ist also keine Zeit klarer Brüche, die historisch exakt fassbar wären. Die Abtreibung, Kindsmord und die Unzucht als Delikte spiegeln dabei die Umdeutungen und Neudeutungen dieses Prozesses wieder. Die moralische Beurteilung changiert in den herangezogenen Argumenten von stark religiös geprägten bis hin zu solchen, die staatsrechtliche Standpunkte einbinden. Die strafrechtliche Verfolgung und die Bestrafung an sich, bilden dabei die Verzahnung mit der Ebene des Rechtes und geben einen Einblick in den gesellschaftlichen Alltag.

TheseBearbeiten

Der Humanismus als Geisteshaltung wird oftmals herangezogen, um die frühneuzeitliche Gesellschaft zu kennzeichnen. Ein Blick der sich für diesen interessiert gerät schnell in eine Geistesgeschichte, die die komplexen Entwicklungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene verkennt. Wie die Gegenstände der Geistesgeschichte und der Sozialgeschichte miteinander verzahnt sind, bleibt dabei oft unbeleuchtet. Dabei nehme ich an, dass der Humanismus als Geisteshaltung nicht das prägende Element hin zu einer humanistischen Gesellschaft war. Vielmehr bildet der Humanismus eben jene Weltanschauung, die in das Vakuum gerät, welches der Zusammenbruch der Kirchlich geprägten Weltanschauung hinterlässt. Entwicklungen auf der sozialen Ebene sind dabei die Triebfedern.

FragestellungBearbeiten

Wie verändert sich die Beurteilung der Delikte? Welche Argumentation wird dafür bemüht? Auf welche Basis stützt sich diese Argumentation? Wie beeinflusst die Beurteilung, die strafrechtliche Praxis? Ist eine generelle Entwicklung hin zu einer humanistischen Gesellschaft erkennbar?

MethodeBearbeiten

Zahlreiche Gelehrte haben sich zum Thema ausgelassen. Die Schriften sind aus verschiedenen Anlässen angefertigt worden. Dabei beziehen sie die Autoren mehr oder minder aufeinander. Veränderungen in der Argumentation sind auch in der frühen Neuzeit begründungsbedürftig und können daher leicht nachverfolgt werden. Als Kontrastfolie dient uns dabei die Rechts- und Medizingeschichte, die erkennbar machen soll, welche sozialen Prozesse dieses Diskurs begleiteten. Untersucht wird also, ob und wie die Gelehrten auf die Medizintechnischen Innovationen reagierten, wie die strafrechtliche Ausformung von der staatsrechtlichen Dimension beeinflusst wurde und welche Bestandteile des Diskurses davon weitgehend unbeeinflusst blieben. Dabei soll erkennbar werden, welche Eigenständigkeit das Denkgebäude des Humanismus besaß und auf welche Feiler es sicht dabei stütze.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki